Druckkostenzuschuss? Nein Danke!
Liebe Autorinnen und Autoren,
wie wir gerade eben erst wieder auf der Leipziger Buchmesse erleben konnten, gibt es unter den Verlagen einen großen Teil unseriöser Anbieter, welche Autoren mit Druckkostenzuschüssen für eine Veröffentlichung in ihrem Hause belegen. Dabei reichen die Begriffe für dieses Modell recht weit. Mal nennt es ein Zuschussverlag einfach Druckkostenzuschuss, mal tauchte im Gespräch die Nennung einer Risikopauschale auf, ein anderes Mal nannte man es lapidar Autorenbeteiligung. Allen gemein war nur, dass man einen stolzen Betrag an den Verlag zahlen sollte.
Die Varianz unter diesen Zuschussverlagen ist dabei auch recht gewaltig. In der Regel verlangt man 30% – 50% der Druckkosten vom Autoren, andere Verlage wollten vornweg Pauschalgebühren haben, welche im Bereich ab 2000 bis weit über 15000 Euro lagen – und dies bei Kleinauflagen von 500 – 2000 Exemplaren, jenem Bereich, welchen wir hinterfragt haben.
Interessant sind dann die Rechenbeispiele. Bei einer Auflage von 500 Exemplaren mit einer Seitenzahl von 200 Seiten sollten wir im Schnitt bei einer Beteiligung von 30% 2000 Euro an Eigenbeteiligung zahlen. Dies wären 4,00 Euro Eigenbeteiligung per Exemplar, was jedoch nur 30% der Einzeldruckkosten ausmachen sollte? Rechnet man nach, würden die Druckkosten für ein Exemplar jedoch schon bei 13,33 Euro liegen – ein völlig abwegiger Preisvergleich. Rein rechnerisch liegen die Vergleichsdruckkosten bei der selben Kleinauflage und den reinen Druckkosten zwischen 3 und 4 Euro, wobei ein exakter Wert hier auch nur schwer zu sagen ist, da es immer Fluktuationen beim Aufwand und Materialkosten gibt.
Faktisch bedeutet dies, dass man den meisten Verlagen damit vorab sämtliche Druckkosten bezahlen würde. Viele Verlage mit höheren Beteiligungen machen indes noch massiven Gewinn mit dieser “Beteiligung”, da quasi sämtliche Exemplare letztendlich doch nur an den Autoren verkauft werden.
Allen Beispielen bleibt dabei gleich, dass der Verlag in diesen Fällen das sogenannte Verlagsrisiko immer an die Autoren abwälzt – und die schwärzesten Schafe dabei sogar noch gleich den gesamten Profit erwirtschaften, während der Autor auf seinen Büchern sitzen bleibt.
Diese Geschäftspraktik ist nicht verboten, aber genau genommen recht zweifelhaft. Ein normaler Verlag indes trägt das Risiko eines finanziellen Fehlschlages selbst, und nicht der Autor, welcher vorab schon eine Menge Schweiß, Fleiß und Mühe in die Schaffung seines Werkes gesteckt hatte. Verkauft sich ein Buch halbwegs erfolgreich, spielen sich die Herstellungskosten von alleine nach einer gewissen Anzahl verkaufter Exemplare wieder ein und es können positive Gewinne erzielt werden, die dann entsprechend an die Autoren weitergegeben werden. Ist ein Buch ein Ladenhüter, muss man diesen Verlust letztendlich akzeptieren, da man als Verlag auf ein falsches Pferd gesetzt hatte. Zwar verdienen in diesen Fällen die Autoren auch nichts, aber diese haben keine Kosten dafür zu tragen.
Zum Abschluss unserer kleinen Ausführung möchten wir allen Autoren noch einen guten Rat mitgeben. Normale Verlage erkennt man sofort daran, dass diese keine Gebühren oder Beteiligungen für eine Veröffentlichung verlangen. Der Nachteil liegt dabei, dass diese Verlage vorab eine Auswahl nach ihren eigenen Kriterien treffen und nur ein kleiner Teil, welcher als erfolgsversprechend bewertet wird, von diesen übernommen werden kann. Ein Zuschussverlag indes ist bemüht wirklich so gut wie jedes Manuskript zu bekommen – der Autor zahlt schließlich für den Druck. Sollten Sie keinen normalen Verlag ohne Zuschuss für Ihr Projekt begeistern können, da man oftmals nicht von einem gewissen kommerziellen Erfolg ausgehen kann, bleibt immer noch der Weg über Print on Demand-Anbieter (BoD, ePubli, LuLu, u.a.), über die man mit etwas Eigeninitiative gerade Randgruppenbücher dennoch auf den Markt bringen kann.
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