Antwort auf: Neustes Nessie-Ergebnis

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Michael Schneider
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Danke für das Feedback zum Artikel. Natürlich hat man Loch Ness mit seinem weltberühmten Monster nicht umsonst ausgewählt, auch wenn es für eine eDNA-Auswertung wesentlich bessere Seen gibt, hier setzt man bewusst auf Publicity, um die relativ neue Technik bekannter zu machen (was am Ende möglicherweise auch Finanziers bringt, da die subventionierten Fördergelder der Universitäten auch nicht unerschöpflich sind).

Das Ergebnis war zu erwarten. Aale sondern Schleim ab, der sich dann überall im Wasser verteilt und somit bei der noch ungenauen eDNA-Sequenzierung überproportional auswirkt, während andere Fische nur etwas Kot oder bei Verletzungen Blut und Schuppen im Wasser hinterlassen. Wenn man nach dieser Logik geht, wird man in jedem Gewässer, in dem es auch nur ein paar Aale gibt, diese als dominante Fischspezies benennen, da andere Arten wesentlich weniger verwertbares Genmaterial ausstoßen.

Zudem, und das wurde bei der Pressekonferenz ebenfalls verschwiegen, eignet sich die eDNA-Analyse wesentlich besser für kleinere, stehende Gewässer, wo man hier in einem Zeitrahmen von mehreren Tagen noch im Wasser gelöstes Genmaterial finden kann. Je schneller und größer ein Gewässer ist, desto schneller verdünnen sich auch die DNA-Spuren und reichen kaum für eine Gensequenzierung auf längere Zeiträume aus, höchstens ein paar Stunden – wobei wir wieder bei den Aalen sind, da sich deren Schleim im Wasser nur langsam auflöst und verteilt.

Bei der eDNA-Untersuchung sucht man ja nicht nach einer bestimmten DNA, wie etwa aus Haar- oder Kotproben, sondern weist indirekt über in der Probe gelöste DNA-Sequenzen im Vergleich mit bekannter DNA Lebewesen nach.

Alleine die Entwicklung der Technik in den letzten Jahren ist phänomenal und wenn diese verbessert werden kann, können die Bestimmungsmethoden sogar noch verfeinert werden, als dies bislang der Fall ist.

Der Nachteil bei Wasserproben ist jedoch, dass die DNA von unzähligen Lebewesen in den Proben verteilt ist und man hier nur einzelne Sequenzen erhält. Und im Wasser verflüchtigen sich diese Sequenzen durch Verdünnung bereits nach kurzer Zeit. So kann man bei einem Gewässer wie Loch Ness nur die Lebewesen nachweisen, die während der Probenentnahme oder kurz zuvor noch im Bereich der beprobten Stelle waren.