Antwort auf: Lebenszeit der Nukarib

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#11696
Leif Inselmann
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Ja, das ist in der Tat ein Unterschied zwischen den beiden Reihen, an den ich beim Schreiben auch bereits gedacht habe.

Man muss hier allerdings beachten, dass die auf der Erde gebliebenen Nukarib zur Zeit Gilgameschs bereits seit Jahrtausenden von ihrer Heimatwelt abgeschnitten sind und sich bei ihnen daher teils deutlich andere Bräuche etabliert haben. Dort ist die Lebensverlängerung – zumindest auf mehrere Jahrhunderte bis Jahrtausende, wenn nicht potentiell unbegrenzt – weitgehend zum Standard geworden, was verschiedene Gründe hat:
– Die Macht der Nukarib basiert auf ihrer Rolle als Götter gegenüber den Menschen, wobei sie sich natürlich ganz bewusst als übermenschlich inszenieren. Würden auch Götter alt werden und sterben wie Menschen, könnte dies zu Einbußen an Autorität führen: Die Menschen sollen auf keinen Fall darauf kommen, dass die Nukarib gar nicht so verschieden von ihnen sind, da gerade die (scheinbare) Unsterblichkeit als maßgeblicher Unterschied gilt. Aus diesem Grund werden auch tatsächliche Todesfälle unter den Nukarib oft vor den Menschen verheimlicht und die Kulte der Verstorbenen zum Schein noch lange nach ihrem Tod weiterbetrieben.
– Seit dem Abbruch des Kontakts zur Heimatwelt Tilmun müssen die irdischen Nukarib mit einem ständigen Schwund an Technologie und entsprechenden Kenntnissen leben, da vieles nicht mehr ersetzt werden kann – bis schließlich in den letzten Jahrhunderten der Antike die göttliche Technologie fast vollständig von der Erde verschwunden ist. Unter diesem Vorzeichen ist es nur sinnvoll, das Knowhow der Nukarib so gut wie möglich zu erhalten, anstatt mit jeder Generation mehr an Wissen und Kompetenzen zu verlieren.
– Ein Großteil auch der niederen Nukarib, die noch auf der Erde sind, stammt von den alten Familien der Elite ab (über etliche Generationen ergeben sich allzu breit gefächerte Stammbäume) – und jene haben natürlich Fähigkeit und Interesse, auch ihren Sprösslingen ein solch langes Leben zu ermöglichen, statt sie in kürzester Zeit altern und sterben zu sehen.

Was bei den Nukarib der Erde hingegen noch genauso selten und umstritten ist wie ursprünglich, ist die Lebensverlängerung bei Menschen – dies kommt nur extrem selten bei ausgewählten Exemplaren vor (was sowohl im Gilgamesch- wie auch Maschta-Zyklus ein Thema ist).