Antwort auf: Schleicher Dunkel

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Annie
    • Urschleim
    • ★
    • BeitrĂ€ge: 6

    Ich lese nun schon seit mehreren Jahren „Dunkle Seiten“ und wurde immer bestens unterhalten. Aber zu „Schleicher Dunkel“ muss ich was loswerden. Kurz gesagt, das E-Book kann ich beim besten Willen nicht empfehlen.

    Das fĂ€ngt schon damit an, dass ich nicht mal weiß, ob der Autor es ernsthaft meint, oder sich fĂŒr einen coolen Witzbold hĂ€lt, aber hier passt gar nichts. Dazu der zwanghafte Versuch unbedingt erotisch sein zu wollen, mit der Erotik eines Sacks voll fauler Kartoffeln. Und sowas von sexistischen Klischees in einem Buch, muss dass denn wirklich sein? Eine Hauptermittlerin vom Landeskriminalamt, die bisexuell und dauergeil ist, und gleich Frauen und MĂ€nner in Gedanken in Sexkarteien abheftet? Die dazu noch neben ihren beiden Assistentinnen eine Kartenlegerin offiziell als Ermittlerin anheuert und ihr Chef unterstĂŒtzt das? Dazu keine Ahnung von Forensik und Spurensicherung, obwohl es um die Ermittlungen in einem möglichen Doppelmordfall geht? NatĂŒrlich ist die Wahrsagerin auch bisexuell und die beiden „tun es“ (Originalzitat) miteinander. SelbstverstĂ€ndlich werden die beiden Assistentinnen auch bisexuell bei den Ermittlungen, sowie eine Dorfschönheit, die plötzlich auch mitten drin steckt und alle treiben es munter miteinander. Passenderweise rennen diese oftmals splitterfasernackt durch den Wald, weil der DĂ€mon dies als Strafe oder Probe befiehlt – wobei sich die Frauen natĂŒrlich auch sexuell immer nĂ€her kommen.

    Der BrĂŒller kommt dann in der zweiten HĂ€lfte des Buchs. Die Ermittlerin, die hier stĂ€ndig als „Inspektorin“ bezeichnet wird, obwohl es seit den 1970ern bei der deutschen Polizei schon „Kommissarin“ heißt, was mich aus persönlicher Erfahrung schon aufregt, ist absolut unglaubwĂŒrdig. Schließlich wird sie vom DĂ€mon gefangen genommen, gefesselt und nackt in eine HundehĂŒtte gesperrt, wo sie von einem hĂ€sslichen Gnom bewacht wird, dem Handlanger des DĂ€mons. Erst rasiert er ihr die langen Haare ab, dann treibt sie es mit dem Gnom – der sich als unheimlich heißer Sexpartner herausstellt. Und weil sie sich ihm freiwillig hingibt und ihm dann noch einen blĂ€st, wird dieser vom Bann des DĂ€mons erlöst und verwandelt sich in einen gutaussehenden Vulkanologen aus Island, der dort Elfenbeauftragter war und sich mit dem DĂ€mon angelegt hatte. NatĂŒrlich treiben die beiden es dann noch mehr zusammen, wĂ€hrend sie vor dem DĂ€mon flĂŒchten.

    Und weil der Vulkanologe so ein heißer Typ ist, treibt es schließlich auch noch die eingestellte Wahrsagerin und eine der beiden Assistentinnen mit ihm, bis es zum Finale gegen den DĂ€mon kommt und man endlich von dieser Geschichte erlöst wird. Von den ganzen Nebenfiguren reden wir nicht einmal.

    Ich finde dieses Machwerk genauso schlimm wie einen MĂŒckenstich, passenderweise der Ortsname des Dorfes im PfĂ€lzer Wald, wo die Geschichte spielt.

    Bitte macht wieder mehr Sachen wie „DĂ€monenliebe“, was mir unheimlich gefallen hat, aber nicht sowas.

    Amazon hat mir ĂŒbrigens ein anderes Buch des Autors vorgeschlagen, das den Titel „Queen of Hearts“ trĂ€gt und das er auch noch selbst rezensiert hat. Ich sage dazu nur Nein Danke und hoffe, dass es bei euch nicht erscheint.

    Twilight-Line Medien