Antwort auf: Anthologie-Angebot

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Michael Schneider
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Hallo Wendy,

danke für das Interesse an einer Zusammenarbeit bei einer Anthologie, aber dies ist aus mehreren Gründen nicht möglich.

Anthologien bedeuten grundsätzlich immer einen enormen Aufwand bei hohem Risiko hier im Anschluss die Gewinnzone nicht zu erreichen. Dies vor allem, da eine Anthologie von der Auswahl der Inhalte lebt. Wenn wir eine Ausschreibung starten, dann aus eigenem Programminteresse und aus Erfahrung, welche Themen unser Leserkreis sucht. Und wir filtern die Einsendungen persönlich aus, bzw. die für die Anthologie verantwortlichen Mitarbeiter. Hierbei wird oftmals ein großer Prozentsatz der Einsendungen aussortiert, wenn ein Thema z.B. gleich mehrfach ähnlich behandelt wird oder die Geschichten nicht unseren eigenen Erwartungen entsprechen.

Prinzipiell spricht nichts dagegen, dass wir auch Anthologieprojekte von Drittherausgebern aufnehmen, aber dies ist dann eine spezifische Entscheidungsfrage, ob ein Thema überhaupt in unser Programm passt und in wie weit wir die bisherigen Werke der Herausgeber kennen und einschätzen können. Karneval des Todes war z.B. eine solche Übernahme eines Fremdprojekts, wobei ich persönlich die Entscheidung der Zusammenarbeit getroffen habe, da ich den Herausgeber Alexander Knörr seit etwa 20 Jahren kenne und wir bereits vorher zusammengearbeitet haben, weshalb die Risikoeinschätzung besser abwägbar war. Bei anderen, vor allem unbekannten Herausgebern, deren Auswahlverfahren wir nicht kennen, ist eine Risikoeinschätzung ungleich höher.

Der Punkt, der aber grundsätzlich gegen eine Programmaufnahme spricht, ist das Thema selbst. Fanfiction ist immer ein problematischer Fall, da man hier die Urheberrechte an eingetragenen Markenzeichen beachten muss. Privat kann man solche Fanfiction schreiben und ohne große Bedenken im Freundeskreis teilen, aber sobald diese offiziell veröffentlicht werden und vor allem ein kommerzieller Aspekt dahintersteht, benötigt man eine Lizenzfreigabe zur Nutzung, sonst kann man ganz schnell von den Rechteinhabern verklagt werden. Und bei einer erfolgreichen Buchreihe mit TV-Serie sind solche Nutzungslizenzen meist unheimlich teuer erkauft – was das Verlustrisiko für den Verlag dramatisch erhöht.

Karneval des Todes stammt nicht vom Galactic Bookstore Verlag, sondern war von Anfang ein eigenständiges Projekt von Alexander Knörr als Herausgeber, der auch das Konzept der Anthologie ersann und die Auswahl der Inhalte ausführte. Der Galactic Bookstore war als ursprünglicher Verlag gedacht, doch dieser schied vor der Veröffentlichung wegen einer Geschäftsaufgabe aus. Wir erhielten daraufhin von Alexander Knörr eine Anfrage und das Thema passte zu unserer Themenreihe Dunkle Seiten, worauf wir den Band übernommen haben.