Eine verstörende Nahtoderfahrung

Wir haben eine Meldung unserer Leserin Maike (Pseudonym, Name der Redaktion bekannt) erhalten, die uns über ein persönliches Nahtoderlebnis berichtet. Wir haben in diesem Fall weitere Gespräche mit ihr geführt und die Hintergründe recherchiert, so dass wir hier in den kommenden Monaten eine erweiterte Publikation vorbereiten, gekoppelt mit einem Dokumentarbeitrag. Wir geben an dieser Stelle einen Teil der Beschreibung weiter.

Nahtoderfahrungen werden in den meisten Fällen als positive Erlebnisse beschrieben, von einem hellen Licht, hinter dem oftmals bereits verstorbene Personen warten. Anders das Erlebnis von Maike, die während eines achtminütigen Herzstillstands ein verstörendes Erlebnis hatte.

Mein Name ist Maike, ich bin 51 Jahre alt und hatte Anfang Juni 2018 eine Nahtoderfahrung. Es war am Nachmittag gegen 15.30 Uhr, als mir schwindelig wurde und ich heftige Schmerzen in der Brust bekam. Mir ging es schon den ganzen Tag über nicht besonders gut, ich war müde und matt, bis ich dann am Nachmittag mit Schmerzen in der Brust zusammengebrochen bin. Ich hatte einen Herzinfarkt. Zum Glück war meine Tochter im Haus, die den Notarzt rief. Doch bis dieser etwa 20 Minuten später eintraf, lag ich auf dem Boden und mir ging es immer schlechter, konnte vor Schmerz kaum noch klar denken und nahm alles um mich herum kaum noch wahr. So bekam ich auch kaum mit, dass der Notarzt mit Rettungswagen eingetroffen war, mir etwas spritzte und mich untersuchte, um mich dann auf die Trage zu heben. Das alles nahm ich nur noch nebenbei wahr, konnte mich nicht rühren und hatte nur diesen bestialisch stechenden Schmerz in meiner Brust.

Ein paar verschwommene Gesichter über meinem Gesicht, das Martinshorn und ein paar Erschütterungen waren eigentlich alles, was sich mir neben dem Schmerz noch einprägte. Und dann hörte ich eine Stimme, die meinen Namen rief. Eine männliche Stimme, die ich nicht kannte, rief mehrfache meinen Namen. Plötzlich hörte der Schmerz auf und ich bemerkte, dass ich mich wieder bewegen konnte, bevor es dunkel wurde. Die Stimme rief wieder meinen Namen, dann eine andere Stimme, die ebenfalls meinen Namen rief. Um mich herum wurde alles dunkel, nur von irgendwoher schien ein rötlicher Lichtschimmer durchzubrechen. Weit vor mir konnte ich einige schemenhafte Umrisse wahrnehmen, eher wie Schatten, die sich schlurfend auf den rötlichen Schimmer zubewegten. In mir kam Angst auf und ich versuchte mich zu orientieren, an welchem Ort ich hier überhaupt war. Über mir schienen irgendwelche Wesen mit Flügeln zu fliegen, doch Details konnte ich wegen der Dunkelheit kaum ausmachen, es waren für mich vielmehr irgendwelche fliegenden Schatten, die über mir in der Dunkelheit zu kreisen schienen. Ich hatte Angst, aber irgend etwas in mir zog mich in die Richtung, von wo der rote Lichtschimmer kam. Erst jetzt bemerkte ich, dass ich mich langsam in diese Richtung bewegte, wo ich nach wie vor weit vor mir einige Gestalten sehen konnte, die ebenfalls in diese Richtung schlurften. Meine Angst wurde heftiger, ich war bei Bewusstsein und nahm dies alles wahr, wie in der Realität, nicht wie in einem Traum.

Dann nahm ich sie wahr, erst leise, dann immer lauter werdende Schreie. Markerschütternde Schmerzensschreie, die mir unheimlich nahegingen und meine Angst noch weiter schürten. Keine Ahnung wie viele Leute dort schrien, es waren Schreie und Hilferufe von Männern, Frauen und von Kindern, wobei sich mir diese schrecklichen Schmerzensschreie der Kinder besonders tief in mein Gedächtnis brannten. Kleine Kinder, die nach Mama und Papa schrien und weinten. Mir hat es beinahe mein Herz zerrissen bei dem Gedanken und ich wollte zu den Kinderschreien eilen, um wenigstens zu helfen, aber es ging nicht. Ich bewegte mich einfach weiter auf den rötlichen Lichtschimmer zu. Doch was ich hörte war einfach grauenvoll und ich würde diese Schreie am Liebsten wieder aus meinem Gedächtnis löschen, aber diese begleiten mich auch heute noch, wenn ich daran denke.

Ich war völlig entsetzt und verängstigt, als plötzlich eine Frauenstimme ertönte und sagte „Geh!“, die wohl von einem der fliegenden Schatten über mir kam. Ich wollte etwas antworten, aber ich war verwirrt, als es plötzlich um mich herum hell wurde und ich eine andere Stimme vernahm, die rief „Sie ist wieder da“. Das helle Licht stammte von einer Lampe vor meinem Gesicht und die Schmerzen in meiner Brust kamen wieder. Der Rest war irgendwie verschwommen, aber ich kam im Krankenhaus wieder zu mir, wo man mich versorgte.

Später erfuhr ich, dass ich für mehr als acht Minuten tot war, nachdem mein Herz aufgehört hatte zu schlagen. Dies geschah während der Fahrt mit dem Rettungswagen zum Krankenhaus. Den Rettungskräften gelang es mich wiederzubeleben, als diese mit ihrem Einsatz mein Leben retteten. Dafür werde ich diesen mein ganzes Leben lang dankbar sein. Nach dem Krankenhaus und einer anschließenden REHA geht es mir heute wieder besser, nur mein Erlebnis lässt mich nicht los.

Manche mögen denken, dass ich während der Zeit einen Traum hatte, oder Halluzinationen wegen der von den Rettungssanitätern verwendeten Medikamente, aber ich schwöre, dass dieses Erlebnis so wahrhaftig wahr, als wenn ich etwas bewusst tue. Für mich war es realer als irgend ein Traum, es ist mir so widerfahren. Vorher habe ich mir keine großen Gedanken wegen des Todes gemacht, aber durch mein Erlebnis habe ich Angst davor, was dann geschehen wird.

Ein verstörendes Erlebnis, was Maike hier schilderte. Aber kein Einzelfall. Auch wenn viele Nahtoderfahrungen ein positives Bild zeichnen, findet man hin und wieder Beschreibungen, die ein düsteres Erlebnis während dieser Zeitspanne berichten.

Haben Sie eine Nahtoderfahrung gemacht? Wir würden diese Erlebnisse gerne hören und dokumentieren. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt mit uns auf, wenn Sie uns darüber berichten möchten.

 

 

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