Ankündigung: Call to Arms – Zu den Waffen: Pin-Ups und der Krieg

Military Pin-Up
Military-Pin-Up
J. Scott Pike
Der Erste Weltkrieg brachte zwei bis dahin völlig neue Waffensysteme auf den Kriegsschauplatz, welche die Kriegsführung völlig verändern sollten. Das Flugzeug und der Panzer eroberten die Schlachtfelder und den Himmel. Und während des Krieges verwuchsen die Piloten und Panzerfahrer mit ihren Maschinen, und aus den Gerätschaften des Todes wurden mechanisierte Kunstwerke. Piloten begannen ihre Symbole und Markenzeichen an ihre Flugzeuge zu pinseln, meist sehr martialische Bilder von Totenschädeln, Skeletten und Teufelsfratzen, aber auch Bilder von Spielkarten und sogar Blumen. Die berühmt-berüchtigte Jagdstaffel des Manfred von Richthofen wurde zu jener Zeit sogar als „Fliegender Zirkus“ bekannt – wegen der auffallenden Bemalungen der Flugzeuge. Jeder sollte wissen, wer hier flog und gegen wen man kämpfte. Aber auch britische und amerikanische Panzerbesatzungen begannen damit, auf ihre Tanks Symbole aufzumalen – um dem Gegner zu zeigen, dass hier der Tod seinen Einzug hält.

Während des Weltkrieges von 1914 – 1918 waren bei vielen Soldaten Fotos und Postkarten mit Aktfotografien (siehe Opa’s Schatzkästchen 3) im Umlauf, welche den Männern an der Front Mut machten.

Nach dem Ende des Krieges, während der wilden zwanziger Jahre, entstand in Amerika eine neue Kunstrichtung, eine Mischung aus den erotischen Fotografien und gemalten Werbefiguren – die Geburtsstunde der gezeichneten Pin-Ups hatte geschlagen. Wobei die erotischen und recht freizügigen Zeichnungen eher unter der Hand verteilt wurden. Und sinnliche Zeichentrickfiguren, wie die aufreizende Betty Boop, eroberten die Kinoleinwände. Nackte- oder halbnackte Schönheiten waren immer noch etwas, was man zumeist als Tätowierung bei einem Matrosen vermutete.

Die große Stunde der gezeichneten Pin-Ups sollte mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs kommen. Figuren wie Betty Boop und sinnliche Pin-Up-Girls riefen die Männer zu den Waffen. Und unter den amerikanischen Soldaten verbreiteten sich diese Pun-Up-Zeichnungen wie wild.

Aber bei den amerikanischen Jagdfliegern und insbesondere bei den Bomberbesatzungen, die auf Gedeih und Verderben mit ihrem Flugzeug verbunden waren, sollte diese Pin-Up Kunst ihren Höhepunkt erreichen. Man gab den Flugzeugen Namen, um sich mit diesen verbunden zu fühlen – und passend zu den Namen wurden neben diesem oft auch kunstvolle Gemälde hinzugefügt. Berühmt sind bis heute z.B. die Memphis Belle oder die unzähligen Pin-Up-Zeichnungen von Betty Grable.

Bis weit nach dem Krieg waren diese gezeichneten Pin-Ups anschließend sehr populär – bis diese in den 1950er Jahren durch die fotografischen Pin-Ups regelrecht abgelöst wurden. Später, im Zeitalter von Playboy, Penthouse und Co., spielten diese bis heute eine untergeordnete Rolle.

Sabine Trabert, die bereits mit Opa’s Schatzkästchen 3 in dieser Richtung gearbeitet hatte, hat eine Auswahl an wunderbaren Military-Pin-Ups und Nose-Art von Flugzeugen mitsamt Hintergrundgeschichten zusammengetragen, um die Rolle des Pin-Ups im Zweiten Weltkrieg aufzuzeigen. Im Mai 2013 erscheint dieser Bildband mit dem Titel Call to Arms – Zu den Waffen im Handel.