Der Schmuseigel

Diese kleinen Geschöpfe zählen zu den harmlosesten und niedlichsten Daseinsformen im Truhenreich. Es ist allgemein bekannt, dass sich diese putzigen Igel allein von Zuneigung ernähren. Wie das möglich ist, wurde noch nicht genau erforscht. Eine wissenschaftliche Theorie besagt jedoch, dass die Tierchen ihr Gegenüber bei jeder Umarmung mit den Stacheln auf ihrem Rücken anzapfen und so ein wenig Blut oder Leben aus ihren Kuschelpartnern heraussaugen. Diese These wird durch die Tatsache gestützt, dass die Schmuseigel jeden, dem sie begegnen, zum Knuddeln auffordern und lange Umarmungen sehr schätzen.

Das würde bedeuten, dass die albinofarbenen Tiere gar nicht wirklich von Liebe, sondern vom Blutsaugen leben. Die meisten Lebewesen geben den Liebesvampiren jedenfalls nicht gerne, was sie sich wünschen. Aber deren Hartnäckigkeit zahlt sich irgendwann aus. Auf Dauer können nur die herzlosesten Kreaturen dem Welpenblick eines Schmuseigels widerstehen.

In TK 23/17 gibt es angeblich nur noch ein einziges Exemplar des Schmuseigels. Sein ehemaliger Besitzer, ein gefühlskalter Schweinsbarbar (siehe Schweinsling, der), soll ihn im Düsterdschungel ausgesetzt haben, wo er sich hoffnungslos verlaufen hat.

Schmuseigel
Aus dem Logbuch
»Reiseaufzeichnungen, Beobachtungen und Erklärungsversuche des Tiefkühltruhenreiches«
von Truhologe Hanz Kinzinger
mit Ergänzungen von Horst Finke

Die fantastischen Abenteuer des Horst Finke
Twilight-Line Medien

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