Der Werwolf von London

Der Film Der Werwolf von London aus dem Jahr 1935 ist ein klassisches KryptoMovie, das auch auf dem Gebiet der Kryptobotanik sehr interessant ist. Denn im Film geht es nicht nur um den klassischen Werwolf-Mythos, auch mythische Pflanzen und die Suche nach diesen nehmen hier einen gewichtigen Platz in der Handlung ein. Unter anderem ist eine karnivore Pflanze zu sehen, die mit ihren Fühlern und Tentakeln an den Mörderbaum von Madagaskar erinnert und hier mit einem Frosch gefüttert wird.

Mörderpflanze
Fütterung einer Mörderpflanze

Der ehrgeizige Botaniker Dr. Wilfred Glendon reist nach Tibet, um ein Exemplar der äußerst seltenen und aus Mythen bekannten Mariphasa-Pflanze zu finden. Schließlich entdeckt er in den Bergen nach mühevoller Suche tatsächlich ein solches Gewächs. Doch in dem Moment, als er die Pflanze an sich nehmen will, wird er von einer merkwürdigen Kreatur halb Mensch, halb Tier attackiert und in den Arm gebissen. Mit einem Dolch gelingt es ihm, die Bestie in die Flucht zu schlagen.

Nach der Expedition zurückgekehrt nach London, beginnt er sich merkwürdig zu fühlen, ist von Ruhelosigkeit gepackt und wird, sehr zum Leidwesen seiner attraktiven Ehefrau Lisa, aggressiver, je näher der Vollmond rückt. Eines Tages erhält er in seinem Labor Besuch vom mysteriösen Dr. Yogami, der selbst in Tibet auf der Suche nach einer solchen Pflanze war, die Glendon von seiner Expedition mitbrachte. Er klärt Glendon darüber auf, dass die Kreatur, die ihn im Gebirge angefallen hatte, ein Werwolf war und auch er jetzt mit diesem Fluch belastet sei. Zudem behauptet Yogami, dass die Mariphasa das einzig wirksame Gegenmittel gegen Lykanthropie ist. Doch Dr. Glendon hält ihn für wahnsinnig und schickt ihn fort.

In der folgenden Nacht ist Vollmond und Dr. Glendon verwandelt sich schließlich in einen Werwolf. Am nächsten Morgen muss er aus der Zeitung von einem grausamen Verbrechen erfahren, das in der vergangenen Nacht stattfand. Auch in den kommenden Nächten kann er seinem Fluch nicht entkommen, während Scotland Yard ihm bereits auf der Fährte ist…

Der Werwolf von London
Dr. Glendon verwandelt sich in eine reißende Bestie

Filmdaten

Der Film aus dem Jahr 1935 ist der erste Werwolf-Film der Universal Studios und legte den Grundstein für eine ganze Reihe an weiteren Werwolf-Filmen von Universal, auch wenn dieser Film ehemals an der Kinokasse ein mäßiger Erfolg war. In den Archiven von Universal existiert eine kurze Szene, in der ein kleiner Junge beinahe von einer riesigen fleischfressenden Pflanze verspeist und erst in letzter Sekunde von Dr. Glendon gerettet wird. Diese Szene wurde ehemals aufgrund der drastischen Aufnahmen aus der Kinofassung herausgenommen, um das Publikum nicht zu sehr zu verschrecken und die Zensur zu umgehen.

  • Titel: Der Werwolf von London
  • Originaltitel: Werewolf of London
  • Land und Jahr: USA, 1935
  • Produktion: Universal Pictures, Stanley Bergerman und Robert Harris
  • Filmmusik: Karl Hajos
  • Regie: Stuart Walker

Darsteller

  • Henry Hull: Dr. Wilfred Glendon
  • Warner Oland: Dr. Yogami
  • Valerie Hobson: Lisa Glendon
  • Lester Matthews: Paul Ames
  • Lawrence Grant: Sir Thomas Forsythe
  • Charlotte Granville: Lady Forsythe
  • Spring Byington: Miss Ettie Coombes
  • Clark Williams: Hugh Renwick
  • J. M. Kerrigan: Hawkins
  • Ethel Griffies: Mrs. Whack
  • Zeffie Tilbury: Mrs. Moncaster
  • Jeanne Bartlett: Daisy

Der Film ist Bestandteil der Monster Legacy Collection und als Stream z.B. bei Amazon Prime erhältlich.

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