KI-Bilder und fotografische Beweise

Bereits im Jahr 1999 schrieb ich darüber, das Fotos nur bedingt als Beweise gelten können, vor allem aus kryptozoologischer Betrachtungsweise. Damals ging es bereits um diese Fragestellung, da man Fotos recht einfach manipulieren kann und spätestens mit Einführung der Digitalfotografie in den 1990ern auch physische Beweise dazu entfallen, da es keine Bildnegative mehr gibt, die man zur Überprüfung hätte heranziehen können.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2023 und es tritt gerade ein Phänomen auf, bei dem das Internet mit gefälschten Bildern überflutet wird. Allerdings nicht von geschickten Fälschungen mit Photoshop und anderer Bildbearbeitung, in die ein Mensch eine Menge Arbeit investiert hat, sondern mit Bildern, die in Minutenschnelle durch eine KI erstellt wurden. Das nebenstehende Bild ist hier nur stellvertretend für unzählige andere, die z.B. amerikanische Ureinwohner mit Bigfoot und anderen Wesen zeigen sollen. Das Problem dahinter ist, dass es somit immer schwieriger wird, Fakes von möglicherweise authentischen Fotos zu unterscheiden. Wenn quasi jeder mit ein paar Begriffen bei einer KI wie Midjourney, Dall-E oder Stable Diffusion entsprechende Bilder in großer Zahl erstellen lassen kann, indem die KI diese Begriffe interpretiert und umsetzt, und diese dann mit einer Story als Sensation im Internet geteilt werden, ist es fast unmöglich dies alles zu überblicken und viele Menschen fallen auf solche Fakes herein.

Dabei ist das hier gezeigte Beispiel, das mir z.B. bei Pinterest anonym in meinem Interessenfeed angezeigt wird, noch sehr leicht als KI-Fälschung zu erkennen, wenn man auf die Details schaut, z.B. auf die unnatürlich wirkenden Körperdetails. Doch die Technik wird aktuell rasend schnell immer besser und die Ergebnisse so verfeinert, das es schon in absehbarer Zeit kaum mehr möglich sein wird, diese Unterschiede schnell zu erkennen.

KI erstelltes Bild
Bigfoot-Fake

Hier ergibt sich somit zwangsläufig ein Problem im Bereich der Kryptozoologie, die sich als eine der Indizienquellen für verborgene Wesen auch mit der Auswertung von Bildmaterial befasst. Wenn es immer schwieriger wird einen möglichen Fake von einer echten Aufnahme zu unterscheiden, wird damit die Indizienführung immens erschwert.

Mit den neuen Werkzeugen der künstlichen Intelligenz sind wundervolle Dinge möglich, die es auch künstlerisch unbegabten Menschen ermöglichen, ohne langjährige Erfahrung und Übung ihre Ideen zu entfalten und darzustellen. Dies hat auch gewisse Schattenseiten, da man diese Technik auch ebenso einfach missbrauchen kann.

Twilight-Line Medien

Vorheriger Beitrag

Animalismus: Tigerin

Nächster Beitrag

Fantasy-Artwork: Feenkönigin

Schreibe einen Kommentar

  Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und stimme der Übermittlung meiner Daten zu diesem Kommentar zu.

Two crude ones Ein bisschen Leben Adja – Kopfgeldjägerin der Hölle Der Prometheusspiegel Der Wald Mister Allgegenwärtig Der Wohnwagen Himmel oder Hölle?