MEG

MEG (2018)
Filmposter
Der Megalodon war wohl die größte Haiart, die es jemals auf der Erde gab. Seitdem er 1843 von Louis Agassis wissenschaftlich beschrieben wurde, ranken sich Mythen und Legenden um diesen etwa 20 Meter langen, enorm großen Räuber. Immer wieder wird auch gemunkelt, dass einzelne Exemplare dieses Riesenhais bis in unsere Zeit überlebt haben, obwohl er bereits vor etwa 2,6 Millionen Jahren als ausgestorben gilt. Dass sich dieses mystische und gewaltige Wesen irgendwann auch auf die Kinoleinwand verirrt, war mir persönlich klar. So furchteinflößend wie die wenigen Funde dieses Tieres sind, musste jemand die Möglichkeit aufgreifen, dass der Riesenhai bis in unsere Zeit überlebt hat und nun uns Menschen gefährlich wird.

Mit dem Film „MEG“ hat nun Hollywood das Thema aufgegriffen und versucht einen beeindruckenden Film auf die Kinoleinwand zu bringen. Zugegeben, der Film ist nicht schlecht, obwohl ich mir etwas anderes darunter vorgestellt hatte.

Um was geht es?

Ein Forschungs-U-Boot wird vor der chinesischen Küste bei experimentellen Taucharbeiten zuerst von einem Riesenkalmar angegriffen, der dann aber von einem anderen riesigen Wesen selbst angegriffen und gefressen wird. Danach macht sich der vermeintliche Retter auf, sich das U-Boot persönlich vorzunehmen und bringt es in arge Bedrängnis. Das Forschungs-U-Boot liegt am Meeresgrund und ist nicht fähig sich fortzubewegen. Die Luft wird knapp für die drei Insassen, von denen zumindest die Kapitänin des U-Bootes realisiert, dass es sich bei der Bedrohung um einen Megalodon handeln könnte. Schon Jahre zuvor wurde sie in einem anderen U-Boot von etwas angegriffen, das wohl auch ein Megalodon gewesen ist. Sie und zehn andere Besatzungsmitglieder wurden damals von ihrem damaligen Ehemann Jonas Taylor (Jason Stratham) gerettet, der ein Bergungsspezialist für U-Boot-Unfälle ist. Er behauptet seitdem, dass er von einem Megalodon angegriffen wurde. Doch niemand glaubt ihm. Im Gegenteil, er sieht sich konfrontiert mit Anfeindungen und Vorwürfen, da auch einige Männer nicht gerettet werden konnten und zieht sich zurück nach Thailand, wo er nun ein Lotterleben führt. So ist er auch nicht begeistert als Dr. Zhang eines Tages auftaucht und ihn überreden möchte an einer erneuten Bergungsaktion teilzunehmen. Da es jedoch um seine Ex-Frau geht, von der er auch eine Tonbandaufnahme vorgespielt bekommt, in der sie ruft „Sagt Jonas, er hatte recht!“, sieht er sich berufen die Rettungsaktion anzuführen.

Die Rettung gelingt letztendlich, obwohl wieder ein Crewmitglied auf der Strecke bleibt. Der Film wird dann auch geprägt durch die ständigen Vorwürfe, die sich Jonas immer wieder macht und die er auch erneut vorgehalten bekommt. Dieser Teil des Films, in dem Jonas mit sich selbst hadert, ist übrigens überaus gelungen.

Der Megalodon und andere Geschöpfe aus der frühen Vergangenheit der Meere haben überlebt, da es eine Schicht aus von Unterseevulkanen gewärmtem Wasser gibt, die durch eine Art Wolkendecke unter Wasser von der oberen kalten Schicht getrennt wird. Somit lebten die Urzeittiere bisher unentdeckt in ihrer eigenen Welt. Durch die Forschungen der Forschungsstation wird in diese Schicht, die beide Welten voneinander trennt, allerdings eingedrungen und damit kann auch etwas aus dieser Ur-Schicht entkommen.

Der Megalodon schafft es die natürliche Barriere, die ihn bisher von den oberen Schichten der Meere ferngehalten hat, zu durchbrechen. Und er wird zur Gefahr nicht nur für die Crew der Forschungsstation, sondern auch für Bootsbesatzungen und Badeurlauber, die sich nicht weit von ihm bewegen.

Natürlich kommt es nun zum Unvermeidbaren: Das Tier muss getötet werden und wird nun mit allem gejagt, was man vorzuweisen hat, bis hin zu Sprengstoff und Hubschrauber. Und ab hier ist der Film zwar immer noch spannend, aber die Handlung wird immer schlechter und es geht nur noch darum das Tier abzuschlachten. Vieles ist vorhersehbar, manche Stelle überrascht aber dann dennoch.

Dass eine Jagd nach einem riesigen Hai auch viel spannender und anspruchsvoller von statten gehen kann als in dieser Haudrauf-Hollywood-Manier, beweisen Filme wie „Der weiße Hai“, den sich Regisseur Jon Turteltaub wohl besser noch einmal ansehen hätte sollen, bevor er MEG drehte. Ein paar Elemente daraus hätten dem Film gut getan. So vermisste ich persönlich ein taktisches Hin und Her zwischen Mensch und Megalodon und beide waren nur daran interessiert den anderen möglichst effektvoll umzubringen. Ebenso hätte ich es begrüßt, wenn man mehr über diese warme Meeresschicht und deren Bewohner erfahren hätte. Einige Szenen in dieser fremden Welt, die am Anfang des Films dann doch beeindruckte, wären sicher eine Aufwertung gewesen und hätten den Zuschauer noch mehr gefesselt.

Mein Fazit

Der Film ist unterhaltsam und auch ab und zu spannend. Jason Stratham zeigt auch mal ein bisschen mehr Schauspielkunst als sonst, aber insgesamt hätte man mehr aus dem Stoff machen können und müssen. Von mir gibt es deshalb nur zweieinhalb von fünf Sternen in meiner persönlichen Bewertung des Streifens.

Alexander Knörr


Hintergrund

Der Film von 2018 basiert frei auf dem Roman Meg: A Novel of Deep Terror von Steve Alten aus dem Jahr 1997 und greift bereits Elemente der weiteren MEG-Romane von Steve Alten auf, was nach dem kommerziellen Erfolg des Films auf eine Fortsetzung hindeutet.

Die Filmrechte am vor allem in Amerika erfolgreichen Roman von Alten sicherte sich Ende der 1990er Jahre Disney, wo der Film jedoch mehrfach geplant, aber niemals umgesetzt wurde.

Im Jahr 2005 erwarb dann New Line Cinema die Filmrechte und startete mit einem Budget von 75 Millionen Dollar, Kinostart sollte im Spätsommer 2006 sein. Jan de Bont (Speed) als Regisseur und Guillermo Del Toro als Produzent sollten das Monster-Action-Spektakel umsetzen, doch das Projekt wurde nach mehreren Anläufen eingestellt, nachdem das Budget massiv überschritten wurde.

Nach Ablauf der Rechte gingen diese an Warner Bros., die im Jahr 2015 grünes Licht für die Verfilmung gaben. Ursprünglich sollte Horror-Spezialist Eli Roth den Regiestuhl übernehmen, doch nach Unstimmigkeiten mit den Produzenten über die Umsetzung nahm Jon Turteltaub den Platz des Regisseurs ein. Die Dreharbeiten an der chinesisch-amerikanischen Produktion begannen im September 2016.

Filmdaten

Titel: MEG
Originaltitel: The MEG
Land und Jahr: China, USA, 2018
Regie: Jon Turteltaub
Musik: Harry Gregson-Williams
Laufzeit: 113 Minuten (Original Kinofassung)
Publisher: Warner Bros. Pictures

Darsteller

Jason Statham
Li Bingbing
Rainn Wilson
Ruby Rose
Winston Chao
Cliff Curtis

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