Im Blutrausch des Vollmonds

Anna lebte einst ein normales Leben, doch eine Begegnung mit dem Übernatürlichen veränderte alles. Als der Vollmond am Himmel aufstieg, spürte sie, wie eine unerklärliche Hitze in ihr aufwallte, eine Hitze, die so intensiv war, dass das Blut in ihren Adern zu kochen schien. Sie kämpfte gegen die Verwandlung an, doch die Kräfte, die in ihr schlummerten, waren zu mächtig. Mit einem schmerzvollen Aufschrei gab sie sich der Verwandlung hin und wurde zu dem Wesen, das in Mythen und Legenden als Werwolf bekannt ist. Die Verwandlung war jedes Mal ein Kampf zwischen Mensch und Bestie, zwischen Vernunft und wildem Instinkt. Anna, nun in der Gestalt eines mächtigen Werwolfs, fühlte eine unstillbare Gier, die sie in die Tiefen des Waldes trieb, auf der Suche nach Beute. Die Jagd war für sie sowohl Fluch als auch Erlösung, denn nur so konnte sie die brennende Hitze in ihrem Inneren lindern.

In der Dunkelheit der Nacht, unter dem bleichen Schein des Vollmonds, begann Anna ihre Jagd. Die Luft war kalt und frisch, ein Hauch von Nebel schwebte über dem Waldboden und verlieh der Szene eine gespenstische Atmosphäre. Anna, nun in ihrer Gestalt als mächtige Werwölfin, bewegte sich mit einer Anmut und Schnelligkeit durch den Wald, die ihr in ihrer menschlichen Form fremd waren.

Sie lauschte auf die Geräusche des Waldes, das Rascheln der Blätter, das Knacken von Ästen, das ferne Heulen eines Wolfs. Ihre Sinne waren geschärft, ihr Geruchssinn konnte die Fährte eines Rehs ausmachen, das nichtsahnend durch den Wald streifte. Anna folgte der Spur mit einer Mischung aus Erregung und Verzweiflung. Sie wusste, dass sie jagen musste, um zu überleben, um den brennenden Hunger zu stillen, der sie von innen verzehrte.

Als sie ihr Ziel erreichte, verharrte sie einen Moment lang. Das Reh, ein schönes, majestätisches Tier, graste friedlich, ohne zu ahnen, dass es beobachtet wurde. Anna empfand einen Moment des Zögerns, eine Erinnerung an ihre Menschlichkeit, die sie fast dazu brachte, sich zurückzuziehen. Aber der Instinkt, der Trieb zu jagen, war stärker. Mit einem kraftvollen Sprung stürzte sie sich auf das Reh, das im letzten Moment ihren Schatten erkannte und zu fliehen versuchte.

Der Kampf war kurz und intensiv. Anna war die Siegerin dieses ungleichen Duells, ihre Kräfte waren denen eines gewöhnlichen Raubtiers weit überlegen. Als das Reh am Boden lag, kehrte die Ruhe in den Wald zurück. Anna, nun wieder allein, spürte eine tiefe Traurigkeit in sich aufsteigen. Sie hatte gesiegt und ihren Blutdurst gestillt, aber zu welchem Preis? Jede Jagd hinterließ Narben auf ihrer Seele, Erinnerungen, die sie nicht abschütteln konnte.

Anna verließ den Ort des Geschehens und zog sich in die Einsamkeit des Waldes zurück, wo sie auf den Morgen wartete. Mit den ersten Strahlen der Morgensonne würde sie ihre menschliche Gestalt zurückerlangen, aber die Erinnerungen an die Nacht würden bleiben. Sie war gefangen in einem ewigen Zyklus, der sie jede Vollmondnacht aufs Neue herausforderte.

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