Fallsammlung: Tödlicher Python-Angriff, Malaysia 1995

Menschenfressender Python, Malaysia, September 1995  (Foto: The China Press)
Menschenfressender Python
Malaysia, September 1995
Foto: The China Press
Auf dem faszinierenden Feld der kryptozoologischen Forschungsmethodik stößt man zwangsläufig immer wieder auf faszinierende Fälle und Begebenheiten. So auch in diesem Fall.

Im September 1995 berichtete die malaysische Zeitung Times über einen ziemlich großen Python, welcher bei seiner ausgiebigen Mahlzeit gestört wurde. Das 6,65 Meter lange Reptil war gerade dabei seine große Beute zu verschlingen, als dieses von Polizisten erschossen wurde.

Die Polizei wurde gerufen, nachdem man Schreie aus einer Kautschukplantage vernommen hatte und einer der Arbeiter angegriffen wurde. Als die Polizisten das Gelände erreichten und zum Ort des Geschehens vorgedrungen waren, bot sich diesen ein erschreckender Anblick, denn ein großer Python war um den Körper eines Mannes gewickelt und war dabei diesen zu verschlingen. Um den Mann noch retten zu können, griffen die Polizisten zu den Waffen und feuerten.

Für den neunundzwanzigjährigen Kautschuklandarbeiter Ee Heng Chuan kam leider jede Hilfe zu spät. Er war bereits zu Tode erstickt worden, noch bevor das Tier ihn gierig zu verschlingen begann.

Als man die Schlange später obduzierte zeigte sich, dass ein Eichhörnchen die Vorspeise gewesen war.

Solch tödliche Angriffe von großen Würgeschlangen sind selten, kommen aber immer wieder einmal vor. Der hier aufgezeigte Fall ist ein solch seltener Angriff. In der Regel gehört der Mensch nicht zum Beuteschema dieser Schlangen, auch wenn sehr große Exemplare durchaus Menschen verschlingen können. Berichte über menschenfressende Riesenschlangen gibt es dennoch zuhauf. Eine hungrige Würgeschlange, die über längere Zeit kein großes Jagdglück hatte, wird aggressiv und greift dann eben auch solche potentielle Beute an, die nicht dem normalen Beuteschema entspricht. So kommt es ab und an vor, das unvorsichtige Menschen angegriffen werden und als Beute enden. Diese Schlangen kommen einen recht langen Zeitraum ohne Nahrung aus und sind in der Regel dem Menschen gegenüber recht passiv, dies kann sich aber durchaus ändern, wie solche Fälle wie der hier erwähnte aufzeigen.

Das über sechseinhalb Meter große Exemplar aus diesem Fall ist natürlich schon recht gewaltig, obwohl es unter den Pythons noch einige größere belegte Exemplare um die neun Meter gibt, und ein Mensch ist eine leichte Beute für ein solches Tier. Und je größer eine solche Schlange wird, desto größer natürlich auch der Nahrungsbedarf und potenziell dazu die Größe der möglichen Beute.

Kryptozoologisch sind solche Fälle natürlich interessant, befasst man sich hier doch auch mit der Suche nach Megaschlangen, wie der berüchtigten Matora (Bullenfresser, auch Sucuriju Gigante – Riesenanakonda) in Südamerika und anderen gewaltigen Vertretern aus der Schlangenwelt. Und Berichte und Erzählungen über solche Gigantenschlangen, die nicht nur Menschen, sondern auch Rinder und Pferde fressen sollen, gibt es eine ganze Menge. Dies ist natürlich ein unheimlich faszinierendes Thema, ob es auch heute noch solche Giganten geben kann, welche die bisherig belegten Rekordhalter bei weitem übertrumpfen und immer noch verborgen vor dem Menschen (oder besser gesagt der zoologischen Entdeckung und Beschreibung) existieren. Wobei die Wahrscheinlichkeit durchaus gegeben ist auf Schlangen zu treffen, die ein Rekordmaß von über zehn Metern erreichen können. Im Laufe der Erdgeschichte gibt es durchaus belegte Fossilfunde, welche solche Größen bei Schlangen belegen, wobei als der derzeitige Rekordhalter die 2009 wissenschaftlich beschriebene Titanoboa aus dem Paläozän gilt, welche eine Größe um die dreizehn Meter besaß und als Verwandte der heutigen Anakonda (Eunectes murinus) angesehen wird.