Manchmal begegnet uns ein Gesicht, das nicht einfach betrachtet werden will – sondern uns selbst betrachtet.
In diesem Porträt öffnet sich ein stiller Raum zwischen Licht und Dunkel, ein Ort, an dem Zeit keine Richtung kennt. Die feinen Sommersprossen wirken wie verstreute Sternbilder, und die weiche, fast schwebende Kontur des Gesichts lässt die Welt um sie herum verblassen. Nichts lenkt ab. Alles führt zu den Augen.
Ihr Blick ist ruhig, unerschütterlich, fast uralt – als würde er Geschichten kennen, die wir längst vergessen haben. Er durchdringt nicht, er lädt ein. Er fordert nicht, er hält fest. Ein Blick, der nicht endet, sondern sich fortsetzt.
So wird dieses Bild zu einem stillen Tor: Wer sich darauf einlässt, tritt ein in einen Moment, der größer ist als der Augenblick. Ein Moment, der bleibt. Ein Blick der Ewigkeit.

Dieses Bild ist ein Beitrag zur Monochrome Monday Bildserie – ein Versuch, mit Licht und Schatten Gefühle einzufangen, die Worte nicht sagen können.











