Wurde John F. Kennedy wegen UFOs ermordet?

Werte Leser,

auf dem YouTube-Kanal des Mystery-Autoren Lars A. Fischinger findet sich zum heutigen 50. Todestag des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy ein Videobeitrag, welcher die Frage aufwirft, ob Kennedy wegen seiner UFO-Ambitionen vom CIA oder einem der anderen amerikanischen Geheimdienste beim Attentat in Dallas 1963 getötet wurde.



John F. Kennedy
John F. Kennedy
Natürlich besteht bei den ganzen Verschwörungstheorien um den Tod von John F. Kennedy auch bei dieser Theorie ein gewisser Anhaltspunkt, weshalb man diesen aus dem Weg räumen musste. Kennedy war ein charismatischer Präsident, auf der einen Seite beliebt, auf der anderen Seite wegen seiner Reformen aber auch verhasst und verteufelt, weshalb gewisse Kreise durchaus ein berechtigtes Interesse an dessen Beseitigung gehabt haben.

Aber bleiben wir bei der Frage, ob Kennedy wegen seiner Ambitionen zur UFO-Thematik ins Ziel der Geheimdienste geraten war? Selbstverständlich könnte dies intern zu einigen Konflikten geführt haben, aber es stellt sich dann die Gegenfrage, weshalb man deshalb gleich einen der mächtigsten Männer der Welt vor den Augen der Welt hätte umbringen sollen, was eine Kontroverse nach sich ziehen würde?

Sicher, ein politisches Attentat wäre denkbar, aber gerade die amerikanischen Geheimdienste, allen voran die CIA, hätten eine ganze Reihe an subtileren Methoden anwenden können, um den Präsidenten kalt zu stellen oder aus seinem Amt zu entfernen. Ein einfacher politischer Skandal hätte ausgereicht, und die Kennedys hatten wahrlich genug interne Angriffspunkte – angefangen bei Sexgeschichten bis hin zur Verbindung zum organisierten Verbrechen, der Mafia.

Und genau aus diesem Gesichtspunkt heraus stellt sich die Frage, weshalb man intern John F. Kennedy so umständlich und öffentlich hätte beseitigen sollen, wären andere Möglichkeiten in der Umsetzung wesentlich einfacher und subtiler gewesen, ohne solch eine Aufmerksamkeit zu erregen.

Wahrscheinlicher (aus Sicht des Autoren) ist hier ein gezieltes Vergeltungsattentat des organisierten Verbrechens selbst, welches zu jener Zeit ein mächtiges Geschwür in der amerikanischen Gesellschaft war – und teilweise heute immer noch ist.

Persönlich sehe ich hier weniger das UFO-Interesse von Kennedy und die CIA als Auslöser für das Attentat. Was viele nicht beachten ist der Zusammenhang der Geschäfte der Kennedys mit der Mafia. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Kennedy-Brüder vor der Präsidentschaftswahl 1960 Kontakte mit Mafia-Größen hatten (unter anderem mit den Mafiagrößen Sam Giancana und John Roselli, mit welchen über Frank Sinatra Kontakt bestand), die dem jungen Amtsanwärter etliche Türen öffneten – im Gegenzug für gewisse rechtliche Freiheiten, die diesen nach einer erfolgreichen Wahl zugesichert wurden.

Doch kaum waren die Kennedys im Amt (John F. Kennedy als Präsident, sein Bruder Robert „Bobby“ als Justizminister) ging man offen gegen das organisierte Verbrechen vor. Dies wäre ein eher wahrscheinliches Szenario für das Attentat, ausgeführt als Vergeltung von Mafia-Killern, zumal sich John F. Kennedy gerade im Wahlkampf für seine zweite Amtszeit befand.

Während die Geheimdienste sogar relativ leicht selbst in die intimsten Bereiche von John F. Kennedy eindringen und dort wirken konnten, wäre es Killern der Mafia ein enormes Problem gewesen, dermaßen einfach an einen der am besten geschützten Männer seiner Zeit heranzukommen. Es musste also brachial und mit Gewalt geschehen, an einem Ort, an dem der Präsident relativ ungeschützt war und es genügend Fluchtmöglichkeiten gab. Und genau solch ein Ort bot sich in Dallas an. Und noch ein Vorteil für Auftragskiller war, das man die Route des Präsidentenkonvois vorher in den Medien verbreitet hatte – und so genügend Zeit für die Planung und Vorbereitung blieb. Die Dealey Plaza war geradezu optimal für solch einen Hinterhalt.

Mehrere Killer verteilen sich und feuern relativ zeitgleich auf das Ziel. Dies erklärt auch die verschiedenen Kugelbahnen (Stichwort „magische Kugel“), ein anderes Rätsel um die Kennedy-Verschwörung und dessen Tod, auf welches in diesem kurzen Beitrag jedoch nicht näher eingegangen wird. Jeder feuert einen Schuss aus seiner Waffe und verschwindet im folgenden einkalkulierten Trubel.

Etwas mehr als eine Stunde nach dem Attentat wird er flüchtige Lee Harvey Oswald aufgegriffen, der einzig gefasste (mutmaßliche) Täter, und der Öffentlichkeit als Täter präsentiert. Zwei Tage später sollte Oswald in das Staatsgefängnis von Dallas überführt werden, doch während der Überführung in ein Polizeifahrzeug wurde Oswald vom Nachtclubbesitzer Jack Ruby im Keller des Polizeigebäudes erschossen, noch bevor es zu einer Anklage oder einem Gerichtsprozess kommen konnte.

Und nicht zu vergessen, das Jack Ruby, der zwei Tage nach dem Attentat einen der mutmaßlichen Killer (Oswald) erschießt, ebenfalls Kontakte zur Mafia besaß – möglicherweise im Auftrag der Mafiabosse handelte, um einen Zeugen loszuwerden, der unter Druck im Verhör die Familie vor Gericht belasten könnte.

Betrachtet man dies im gesamten Zusammenhang, ist das Attentat auf John F. Kennedy nach geradezu klassischer Mafia-Art ausgeführt.

Dies ist natürlich nur eine grobe Zusammenfassung, spiegelt jedoch recht deutlich wieder, dass die Anfangs gestellte Frage, ob Kennedy beseitigt wurde, nur weil er ein paar UFO-Geheimnisse wissen wollte, ein eher unwahrscheinliches Szenario darstellt. Natürlich ist die in dem Szenario der Mafia-Vergeltungsaktion vorgebrachte Version ebenso anfechtbar, jedoch sprechen hier etliche Indizien eine deutliche Sprache, so dass die Wahrscheinlichkeit dieses Szenarios plausibler und wesentlich höher anzusetzen ist.

Denn nach wie vor ranken sich um den Mord an John F. Kennedy, auch 50 Jahre nach dem Attentat, noch etliche ungelöste oder verschleierte Fragen.

Michael Schneider

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