Was sind Kryptiden?


Kryptozoologie - Die Studie der verborgenen Tierwelt

Es ist erstaunlich, wie oft die Begriffe Kryptid und Kryptiden von vielen an der kryptozoologischen Thematik interessierten Personen verwendet wird, ohne genau zu wissen, was eigentlich hinter diesen Begriffen steht. Scheinbar geht die allgemeine Meinung dahin, das Kryptiden generell unbekannte Tiere oder diverse Monster sind. Dies ist aber grundlegend nicht korrekt.

Unter der Oberbezeichnung Kryptiden (engl. Cryptids) sind kurz gesagt alle jene Wesen zusammengefasst, die bislang vor dem Existenzbeweis oder der zoologischen Entdeckung verborgen sind, für die es jedoch in verschiedenen Quellen und in Zeugenaussagen, Spuren oder undefinierten Präparaten Hinweise und Indizien auf deren Existenz als reales Lebewesen gibt. Also alle nicht identifizierten Tiere, die jedoch durch irgendwelche Indizien irgendwo und irgendwann einmal erwähnt wurden.

Der Begriff leitet sich direkt aus dem Namen der Suchmethodik, der Kryptozoologie, ab. Er wird verwendet, um die verborgenen Tiere, die für die Kryptozoologie von Interesse sind, zu bezeichnen und geht auf John E. Wall aus Manitoba (USA) zurück, der ihn in einem Leserbrief an die International Society of Cryptozoology (veröffentlicht 1983 im ISC-Newsletter, Vol. 2, S. 10) in diesem Sinn gebrauchte. Die Bezeichnung Kryptid (engl. Cryptid) ist dabei Kategorisierend, indem diese angewandt wird, sobald klar definierte Bedingungen zutreffen und zum anderen phänomenologisch, indem diese die Erscheinung der Wesen ohne Individualität oder ihr Wesen erfassend bezeichnet. Die Bezeichnung benennt letztlich ein Wesen, für das es Anhaltspunkte gibt, aber kein Nachweis über deren tatsächliche Existenz oder deren Identifikation vorliegt.

Loren Coleman definiert dies so: „Weiter gefasst, wissen wir nicht, ob ein Kryptid eine unbekannte Tierart, ein ausgestorben gedachtes Tier, eine Verwechslung mit bekannten Tieren oder nicht mehr als ein Mythos ist, solange keine Beweise gesammelt und auf die ein oder andere Art akzeptiert wurden. Solange diese Bestätigung nicht gefunden wurde, trägt das angebliche Tier die Bezeichnung Kryptid, ungeachtet des potentiellen Ergebnisses und ungeachtet der verschiedenen Debatten über seine wahre Identität.“

Oftmals tauchen aber Fragen auf, wie „Welche Kryptiden existieren nicht?“, obwohl alleine diese Fragestellung von vornherein falsch ist. Die Fragestellung kann so nicht gestellt werden, denn den Kryptid gibt es immer auf jeden Fall. Und dieser bleibt auch solange ein Kryptid, bis dessen Existenz belegt, widerlegt oder als Verwechslung eines anderen Tieres belegt werden kann. Inwieweit sich ein Kryptid tatsächlich als (der Wissenschaft unbekanntes) Tier offenbart und nicht sogar als Mythos, Verwechslung, soziologisches Phänomen oder ähnliches, kann erst im Laufe einer kryptozoologischen Ermittlung gesagt werden. Sobald der Name eines Kryptiden also erst einmal öffentlich aufgetaucht ist oder darüber berichtet wurde, bleibt dieser auch erhalten und kann nur noch seinen Status ändern.

Die Definition von Kryptiden besagt schließlich nur, dass ein Wesen, für das es ein Indiz (wie etwa Sichtungen, Spuren, Berichte, etc.) gibt, nicht direkt identifiziert werden konnte. Nur in den wenigsten Fällen stehen dahinter jedoch wirklich neue Arten/Unterarten, den größten Teil machen Fehldeutungen, Sinnestäuschungen oder einfache Unkenntnis aus. Selbst bei bekannten Tieren ist oft eine exakte Zuordnung aufgrund mangelhaften Datenmaterials recht schwierig, da es auch innerhalb von Arten Variationen in Aussehen, Größe und Verhalten gibt. Von Missbildungen oder verhaltensgestörten Individuen, die stark von der Norm abweichen, ganz zu schweigen.

 

 
Autor: Michael Schneider

Weiterführende Informationen zu den Grundlagen der Kryptozoologie finden Sie hier: Auf der Spur des Unbekannten

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