King Kong und die weiße Frau

KING KONG

Wer hat nicht schon einmal die Geschichte von King Kong gehört, dem monströsen Ungetüm, einem gewaltigen Gorilla, der in seiner Welt der Herrscher war und gefangen wurde. Eine Bestie, die sich in eine Frau verliebt, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird, als man ihn in die Zivilisation bringt und er dort Amok läuft. Ein klassischer Monsterfilm und ein wunderbarer Krypto-Movie.

King Kong
Kampf gegen einen Tyrannosaurus
Kampf gegen einen Tyrannosaurus

Der abenteuerlustige Filmemacher Carl Denham heuert für eine seiner abenteuerlichen Expeditionen die Schauspielerin Ann Darrow an, um einen neuen Film zu drehen. An Bord eines Schiffes reist er mit ihr und der Crew zu einer unbekannten Insel irgendwo im Pazifik.

Auf der Insel angekommen muss das Team feststellen, dass dort ein Stamm von Eingeborenen lebt, die ihren Gott Kong hinter einer gewaltigen Mauer gefangen halten. Ann wird entführt und Kong als Menschenopfer dargebracht – doch statt sie zu verschlingen, entbrennt in dem gigantischen Affen etwas anderes: eine fast kindliche Zuneigung zu der Frau.

Die Insel entpuppt sich als ein urzeitliches Relikt, das von Dinosauriern und anderen urzeitlichen Wesen bevölkert ist, unter denen Kong der König des Dschungels ist.

Während der Rettungsaktion von Ann gelingt es Denham und den Überlebenden der Crew Kong gefangen zu nehmen und mit Betäubungsgas bewusstlos zu halten. Statt einem Film bringt Denham Kong als das 8. Weltwunder mit nach New York, um dort eine riesige Show zu veranstalten. Doch als Kong denkt, Ann wird im Blitzlichtgewitter der Reporter bedroht, bricht er sich aus seinen Ketten frei und beginnt einen Amoklauf durch New York, eine Spur der Verwüstung hinter sich lassend. Auf der Suche nach Ann, die er begehrt.

Schließlich findet er Ann und möchte sie in Sicherheit bringen, klettert dabei auf das höchste Gebäude der Stadt, das ihn an seine Heimat erinnert, wo er auf dem höchsten Gipfel sein Heim hatte. Mit Ann in seiner Hand klettert er zur Spitze des Empire State Building, wo er letztendlich in einer tödlichen Falle sitzt, als er von Kampfflugzeugen angegriffen wird. Er legt Ann sicher ab und bereitet sich auf seinen finalen Kampf vor.

King Kong
Finale auf dem Empire State Building

Eine technische Revolution

Was King Kong 1933 so einmalig machte, war weniger die Handlung als ihre Umsetzung. Die beiden Regisseure Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack verbanden mehrere Spezialeffekt-Verfahren zu etwas Neuem: Miniatur-Sets, rückprojizierte Hintergründe und vor allem die von Willis O’Brien entwickelte Stop-Motion-Animation. Kong lebte durch handgefertigte Pup­pen zum ersten Mal wirklich vor der Kamera – mit Gewicht, Gewalt und einer seltsamen Traurigkeit, die Trickwesen zuvor gefehlt hatte. Die Schauspielerin Fay Wray (als Ann Darrow) erzählte später, sie sei „die einzige weiße Frau“ gewesen, die neben dem Affen stand – daher der deutsche Verleihtitel King Kong und die weiße Frau.

Die Musik von Max Steiner unterstrich das Geschehen mit einem der ersten durchkomponierten Filmscores überhaupt und gab dem Monster erst recht seine tragische Grundierung. Produziert bei RKO Pictures, lief der Film 1933 in den Kinos an und wurde trotz (oder wegen) seiner Schauwerte zu einem Kassenschlager und Kultfilm, der das Monster-Genre nachhaltig prägte.

Wirkung und Bedeutung

King Kong ist mehr als ein Film. Er ist die Urzelle des modernen Monsterkinos – von Godzilla bis Der Schrecken vom Amazonas zieht sich die Linie der großen, tragischen Kreaturen direkt auf ihn zurück. Dass ein Tierwesen zugleich furchteinflößend und bemitleidenswert sein kann, hat das Kino erst durch ihn gelernt. Die Figur wurde unzählige Male neu verfilmt, parodiert und zitiert – und doch ist die Fassung von 1933 diejenige, an der alle anderen gemessen werden.

Für die ZDF-Reihe Der phantastische Film war Kong der perfekte Auftakt: ein Klassiker, der das Versprechen der Reihe auf den Punkt brachte – phantastisches Kino, das unterhält, aber auch etwas von der Sehnsucht und dem Schrecken erzählt, die jenseits des Alltäglichen liegen.

Filmdaten

  • Titel: King Kong und die weiße Frau
  • Originaltitel: King Kong
  • Land / Jahr: USA, 1933
  • Regie: Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack
  • Drehbuch: James Ashmore Creelman, Ruth Rose
  • Produktion: Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack (RKO Pictures)
  • Musik: Max Steiner
  • Spezialeffekte: Willis O’Brien (Stop-Motion)
  • Darsteller: Fay Wray (Ann Darrow), Robert Armstrong (Carl Denham), Bruce Cabot (Jack Driscoll)
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