Leif Inselmann

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  • #10409

    Leif Inselmann
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    Das Denkmodell entstammt dem Mittelalter

    Tatsächlich nein. Dass die Menschen im Mittelalter noch an eine flache Erde glaubten, ist ein weit verbreiteter Mythos, der aber erst in der Neuzeit entstanden ist. Bereits in der Antike wurde die Rundwelt zum Allgemeinwissen.
    Homer und ganze frühe Philosophen wie Thales von Milet gingen noch von einer flachen Erde aus; in den nächsten Jahrhunderten konkurrierten da verschiedene Modelle miteinander. Die Pythagoräer zum Beispiel nahmen schon von Anfang an eine runde Erde an und auch Aristoteles fand die runde Erde selbstverständlich (und dem wurde im Mittelalter bekanntlich fast so dogmatisch geglaubt wie der Bibel). Spätestens mit Eratosthenes, der den Erdumfang annähernd korrekt berechnete, war die runde Erde endgültig durchgesetzt; schon Plinius (1. Jhd. n. Chr.) setzte sie voraus. Im Mittelalter wurde die Kugelgestalt der Erde sogar dazu herangezogen zu begründen, wieso die Erde im Zentrum des Universums stehen müsse! (Weil bekanntlich alles zum Erdmittelpunkt hin fällt …) Jedenfalls glaubte im Mittelalter kein gebildeter Mensch mehr an eine flache Erde (abgesehen vielleicht von ein paar Spinnern, wie wir sie auch heutzutage noch haben).

    Wie erklären sich die Anhänger der Theorie die wissenschaftlichen Fakten, die belegen können, das die Erde mehr oder weniger eine Kugel ist?

    Teils so, teils so, denke ich. Das klassische Argument, dass ja niemand zum Rand gekommen und runtergefallen sei, wird ja meistens dahingehend umschifft, dass man von einer Welt mit dem Nordpol in der Mitte und der Antarktis als Ring drumherum ausgeht – nach Osten und Westen segelt man also immer nur im Kreis auf einer Ebene herum.
    Ansonsten … keine Ahnung, was die Flacherdler so zu offensichtlichen Argumenten für die Kugelform sagen – jedenfalls zu denen, die sich nicht durch eine Verschwörung wegdiskutieren lassen (wie etwa Satellitenbilder). Gibt ja einiges, was bei einer flachen Erde nicht wirklich hinhaut: Es kann eigentlich nirgendwo wirklich Nacht sein, weil die Sonne ja über der Scheibe bleibt; Schiffe tauchen mit dem Segel zuerst am Horizont auf … und wie erklären die sich eigentlich eine Mondfinsternis? (Womöglich durch einen weiteren Trabanten, der sich vor den Mond schiebt? Nur mal so ins Blaue geraten.)

    Welchen Vorteil verspricht es, an diese Theorie zu glauben?

    Identität und Abgrenzung. Man weiß die Wahrheit, während alle anderen zu dumm und ignorant sind. Das stärkt das Selbstbewusstsein und verleiht Sinn – der Kern vieler Verschwörungstheorien. Außerdem machen wir Glaubwürdigkeit meist weniger vom Inhalt einer These, als vielmehr von der Quelle abhängig – und wer Youtube-Verschwörungstheoretiker als glaubwürdig ansieht (und davon gibt es viele) hat womöglich auch keine großen Berührungsängste mit der Flachwelt-Theorie.
    Ein weiterer Aspekt ist die Religion. Die Genesis spricht von einer flachen Erde (so zumindest die offensichtlichste Lesart), also ist nur eine flache Erde mit der Bibel vereinbar. Da wären wir bei den ganzen Kreationisten und sonstigen Bibelfanatikern (von denen es auch ziemlich viele gibt).

    Gibt es irgendwelche Schätzungen, wie viele Anhänger diese Theorie besitzt?

    Kompliziert – gerade auch, weil es in dem Bereich recht viele Satiriker gibt, die das ganze nicht ernst meinen, aber sich in sozialen Medien nicht unbedingt als solche identifizieren lassen.
    Die erfolgreichste Facebook-Seite zu dem Thema hat knapp über 200.000 Abonnenten, die zweite 171.000, andere im Zehntausenderbereich.

    #9505

    Leif Inselmann
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    Tolle Idee, dieses Projekt!

    Ich denke, man kann sich darauf einigen, dass etwa „King Kong“, „Godzilla“ und „Der Weiße Hai“ auf jeden Fall dazugehören – da erübrigt sich wohl die Diskussion.

    Nicht vergessen darf man natürlich „Jurassic Park“ (am ehesten der erste Teil – weil eben der erste und einflussreichste und pars pro toto für die ganze Reihe). Einerseits natürlich eine mehr als unterhaltsame Filmreihe, zugleich aber eben filmgeschichtlich relevant in punkto Effekte und auch (relativ) realistische Darstellung der Saurier.

    „Die Vögel“ ist auch ein absoluter Klassiker, auf keinen Fall auszulassen in so einem Buch. Eher ein Insidertipp, aber definitiv empfehlenswert ist „Pakt der Wölfe“ – umso mehr, da er auf realen historischen Ereignissen basiert.

    Ich weiß nicht ganz – zählt „Alien“ noch als Tierhorror? Wenn ja, sollte man die Reihe keinesfalls außen vor lassen.

    Aber was wäre das Tierhorror-Genre ohne Trash?
    Da gibt es etwa liebevoll gemachte Perlen wie „Zombiber“, der trotz sehr bescheidenem Budget doch unterhaltsam und witzig gemacht ist. Nicht vorbei kommt man wohl am Trash-Flaggschiff „Sharknado“ (meinetwegen auch der erste Teil, obgleich jeder weitere allzu bezeichnend für das Konzept der Reihe ist). Wohl kaum ein moderner Trash-Film hat es innerhalb kürzester Zeit zu einem solchen Kultstatus gebracht, wie man schon allein an den zahlreichen Gastauftritten von Prominenten in den folgenden Teilen sieht. Stellvertretend steht Sharknado auch für das gesamte Subgenre der modernen Hai-Filme, das ja auch andere mehr oder minder schlechte Franchises wie „Mega Shark“ (vs. Giant Octopus, Crocosaurus, Mechatronic Shark …) und „Sharktopus“ (vs. Pteracuda, Whalewolf) hervorgebracht hat, nebst vielen Einzelfilmen natürlich (von „Two Headed Shark Attack“ über „Three Headed Shark Attack“ und „Five Headed Shark Attack“ bis hin zu „Zombie Shark“, „Snow Sharks“ und „Raiders of the lost Shark“).

    #7712

    Leif Inselmann
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    Schade.

    #7706

    Leif Inselmann
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    Ich hätte da mal eine Frage:
    Kommen für das ParaMagazin auch Artikel infrage, die bereits im Internet veröffentlicht wurden?

    Ich habe nämlich vor kurzem einen sehr gut recherchierten Artikel über das (vor allem aus der Prä-Astronautik bekannte) Serapeum von Sakkara verfasst, von dem ich denke, dass er hervorragend in das Magazin passen würde. Darin untersuche ich kritisch die einschlägigen grenzwissenschaftlichen Theorien zum Serapeum und stelle diese den archäologischen Fakten und alternativen Erklärungsmodellen gegenüber. Der Artikel wurde allerdings (da zu diesem Zeitpunkt das Magazin noch als pausiert galt) bereits auf einem anderen Blog (Mysteria3000) veröffentlicht; außerdem auf meiner eigenen Website. Ich besitze nach wie vor alle Rechte an dem Artikel; zumindest von meiner Seite könnte ich ihn auch jederzeit entfernen.

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