Formen des Satanismus

Formen des Satanismus
Hexensabbat
Hexensabbat mit Teufelsanbetung
Künstlerische Darstellung

Für die meisten Menschen sind Satanisten bösartige Menschen, die den Teufel in Person anbeten und diesen beschwören, um von diesem magische Macht zu erhalten.  Immerhin ist dieses Bild durch unsere Geschichtslehre, Religion und Kultur (Romane, Filme, usw.) verbreitet.  Und in der Öffentlichkeit herrscht die allgemeine Meinung vor, dass alle Satanisten gleich seien. Doch Satanist ist nicht gleich Satanist. Es gibt vier verschiedene Gruppen, in die man Satanisten von vornherein einteilen muss.

Grenzgänger

Zu dieser Kategorie zählen Menschen aus anderen okkulten Kreisen, die vor allem durch schwarzmagische Rituale in Verbindung mit dem Satanismus gebracht werden. Meist handelt es sich um Anhänger von Hexenkulten und Hexenzirkeln, aber auch dem Schamanismus, Druidentum und so weiter. Diese bekennen sich nicht zum Satanismus und benutzen hier teilweise nur diverse Rituale und führen damit eine „Schwarze Messe“ aus, um schwarzmagische Erfahrungen zu erlangen. Das Glaubensgut entspricht aber nicht oder nur sehr wenig dem des Satanismus.

Satanismus aus Protest

Diese Form des Satanismus wird meist von Jugendlichen praktiziert und prägt das Bild des Satanismus in der Öffentlichkeit entscheidend. Diese Personengruppe übt irgendwelche, von ihnen als „satanisch“ empfundene Rituale aus und nennen ihre Überzeugung in der Regel völlig offen und bekunden ihre meist negative Weltsicht durch schwarze Kleidung, grell geschminkte Gesichter und umgedrehte Kreuze und Pentagramme. Auch Black Metal Musik entspricht diesem Bild und ist in dieser Szene weit verbreitet. Diese Personen sind aber in ihrem Handeln nicht organisiert und gehören keinen organisierten Gruppen an.

Gerade durch Horrorfilme und Horrorliteratur werden viele dieser Personen angezogen, einige gehen dann soweit und führen dort gesehene oder beschriebene Rituale mit voller Grausamkeit aus. Eines der bekanntesten Bespiele ist wohl das Paar Manuela und Daniel Ruda, die im Juli 2001 einen Bekannten mit 66 Messerstichen und Hammerschlägen töteten.

Die Personen in dieser Kategorie nennen sich zwar Satanisten, gelten allerdings unter den organisierten Satanisten nicht als solche oder werden als „Möchtegern-Satanisten“ oder „Barbie-Satanisten“ bezeichnet, da sich diese nicht an feste Regeln halten und vornehmlich aufgeschnappte Dinge interpretieren. Diese Kategorie stellt die häufigste vertretene Form des Satanismus dar.

Organisierter Satanismus

Der organisierte Satanismus zeichnet sich dadurch aus, dass sich dessen Anhänger in Gruppen zusammenfinden, um geheime Lehren und Rituale gemeinsam auszuführen. Die Ordnung innerhalb dieser Gruppen, die als Orden, Zirkel oder auch Loge benannt werden, ist in hierarchischen Rangordnungen zusammengefasst. Je mehr geheimes Wissen das Mitglied einer solchen Gruppe besitzt, desto höher der Rang innerhalb der Gruppe. Die noch nicht in die Geheimlehren eingeweihten Einsteiger, meist Novizen genannt, haben zu gehorchen und die Weisungen der Oberen zu befolgen.

Diese Satanisten sind außerhalb ihrer Gruppen nicht als Satanisten zu erkennen und bekennen sich auch nicht öffentlich zum Satanismus, verneinen aber auch auf die Frage nach ihrer Überzeugung nicht, sondern lassen diese Frage meist unbeantwortet. Eine Verneinung ihres Glaubens kommt nicht in Frage.  Details innerhalb einer Gruppe dürfen nicht nach Außen weitergegeben werden, andernfalls droht Strafe.

Nur sehr wenig ist über die Praktiken der einzelnen Gruppen bekannt, die sich von Gruppe zu Gruppe erheblich unterscheiden. Ab und zu treten einige dieser Praktiken durch polizeiliche Ermittlungen von Verbrechen, wie etwa Mord, Vergewaltigung oder Drogenmissbrauch ans Tageslicht. Hier sollte man anmerken, dass nur wenige dieser Gruppen wirklich extrem sind und auch rituelle Opferungen von Leben darbringen, auch wenn dies in einigen Gruppen vorkommen soll. Tier- und Menschenopfer stellen selbst unter den extremsten Satanisten eine Seltenheit dar.

Satanische Sekten

Neben dem organisierten Satanismus mit seinen Einzelgruppen existieren noch sogenannte „Satanssekten“, die sich auch in der Öffentlichkeit zeigen, deren genaue Struktur jedoch nur den Mitgliedern bekannt ist. Einige der bekanntesten Satanssekten bezeichnen sich selbst als „Kirche“, wie etwa die „Church of Satan“, die wohl die bekannteste Sekte des Satanismus ist. Durch den hohen Bekanntheitsgrad haben diese „Sekten“ auch entsprechend hohe Mitgliederzahlen. Solche Sekten, die auch Geheimlogen genannt werden, gibt es bereits seit Jahrtausenden. Schon aus dem alten Griechenland, Ägypten und anderen Kulturkreisen gab es solche Geheimgruppen, denen man die Anbetung des Satans oder seiner Dämonen nachsagte. Das bekannteste Bespiel aus dem europäischen Raum ist wohl der Ritterorden der Templer, der im Mittelalter durch die Kirche ausgelöscht wurde, mit der Begründung des Satanismus. 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts traten solche sektenartige Geheimlogen vermehrt auf. Innerhalb der Geheimlogen werden überlieferte Rituale ihrer Gründer praktiziert. Aufgrund der inneren Geheimhaltung dringen aber nur sehr wenige Informationen über die Rituale und Grundsätze solcher Logen nach außen. Der größte Unterschied zwischen den organisierten Satanisten und ihren Gruppen besteht aber darin, dass sich die Anhänger solcher Sekten als Mitglieder offen bekennen.

Hinweis

Satanismus ist nur eine Form des Okkultismus, dessen Anhänger direkt Satan (den Teufel oder Antichrist) anbeten und sich von diesem meist Macht und besondere Fähigkeiten erhoffen.  Andere okkulte Formen, wie etwa Voodoo, Schamanismus, Druidentum oder Hexen, haben nur bedingt bis überhaupt nichts mit dem Satanismus gemeinsam, werden aber oftmals mit Satanisten in einen Topf geworfen.    

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