Griechisches Feuer

Griechisches Feuer
Eine alte Darstellung vom Einsatz von Griechischem Feuer
In der Waffentechnik war der Mensch schon immer recht erfinderisch, um einen Vorteil gegenüber seinen Feinden zu erhalten. Geheimwaffen waren nicht selten der Schlüssel zum Sieg oder zum Überleben, weshalb gerade in der Waffentechnik viele Innovationen stattfanden. Jene Armee mit dem technischen Vorsprung hatte den taktischen Vorteil auf ihrer Seite. Viele dieser Waffen haben sich über lange Zeiträume erhalten und sind noch heute in moderner Form im Einsatz, andere gerieten im Sog der Geschichte wieder in Vergessenheit. So auch das legendäre Griechische Feuer der Byzantiner.

Das Byzantinische Reich, auch nur Byzanz genannt, war ein Kaiserreich im östlichen Mittelmeerraum. Es entstand im Verlauf der Spätantike nach der sogenannten Reichsteilung von 395 aus der östlichen Hälfte des Römischen Reiches. Das von der Hauptstadt Konstantinopel, auch Byzanz genannt, aus regierte Reich erstreckte sich während seiner größten Ausdehnung Mitte des sechsten Jahrhunderts von Italien und der Balkanhalbinsel bis zur Arabischen Halbinsel und nach Nordafrika. Mit der Eroberung von Konstantinopel durch die Osmanen im Jahr 1453 ging das Reich unter.

Die Byzantiner hatten in ihrer gesamten Geschichte dauerhaft territoriale Kriege. Um sich der feindlichen Übermacht zu erwehren, setzte man eine mörderische Waffe ein, ein feuriges Inferno, das unter Feinden als Griechisches Feuer gefürchtet war.

Augenzeugen eines Angriffs dieser Waffen beschrieben diese so: „Bei seinem Auftauchen verursachte es einen Lärm, als ob es im Himmel donnerte. Es schien wie ein Drache, der durch die Lüfte flog.“

Bei dieser Waffe handelte es sich um eine Flüssigkeit, mit der byzantinische Soldaten einen Feuerregen auf ihre Feinde niedergehen lassen und hölzerne Verteidigungsanlagen mühelos durchbrechen konnten. Mit dieser gefürchteten Waffe war es den Byzantinern im 7. und 8. Jahrhundert möglich die Angriffe der Moslems und später die der russischen Invasoren abzuwehren.

Laut Beschreibungen war der überraschendste Effekt, dass sich diese Flüssigkeit bei Kontakt mit Wasser entzündete und ein Höllenfeuer entfachte. Sie wurde mit bronzenen Spritzen versprüht, die auf den Decks der Schiffe befestigt waren und hatte eine verheerende Wirkung.

Wie jede Militärmacht hüteten die Byzantiner das Geheimnis ihrer tödliche Waffe sehr gut, nur wenige Auserwählte waren mit der Herstellung dieser Geheimwaffe vertraut. Heute können Chemiker über die Zusammensetzung der Flüssigkeit nur spekulieren. Möglicherweise enthielt jene Flüssigkeit Petroleum, Schwefel, Nitrate, Kalk, Knochen und möglicherweise auch Urin. Mit dem Untergang des byzantinischen Reiches ging das Wissen über diese verheerende Geheimwaffe verloren.

 

Quelle: Der einsame Schütze, Ausgabe 01/2003, S. 39

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