Das Geheimnis der Lost Dutchman Mine

Mächtig erheben sich die gewaltigen Superstition-Mountains etwa 65 Kilometer östlich von Phoenix in Arizona (USA) aus der Wüste. Wer sich zwischen die ausgetrockneten Flussbetten und Felsen des riesigen Gebirges hineinwagt, begibt sich auf eine abenteuerliche und zugleich gefährliche Reise. Und wer nicht achtsam ist, begibt sich in große Gefahr. Nicht umsonst nennen die Apachen einen Teil der Berge „Berg, der nicht gestört werden sollte“. Die Apachen verehren die Superstition-Mountains als mystische Stätte. Trotz der Gefahren und Warnungen haben tausende Abenteurer, die es besser zu wissen meinten, dieses Gebirge nach verborgenen Schätzen abgesucht. Viele fanden den Tod, andere kehrten erfolglos zurück. Nur wenige haben dort ihr Glück gefunden, wie die Legende der sagenumwobenen „Lost Dutchman Goldmine“ berichtet.

Wahrscheinlich wurde die Mine in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts zunächst von der Familie Peralta aus Mexiko betrieben. Nach einem Bericht setzten die Apachen, welche das ihnen heilige Gebiet schützen wollten, dem Treiben der Peratlas ein Ende. Die Esel der Peratlas standen mit Gold beladen bereit, doch die Apachen nahmen den Tieren das schwere Gold ab und verschwanden mit den Tieren, ließen schätzungsweise ein Dutzend mit Gold gefüllte Satteltaschen zurück. Ein wahrer Glücksgriff für denjenigen, der diese Säcke findet.

Jahrelang kursierten unter den Goldsuchern Landkarten, die angeblich von den Peratlas stammten und den Fundort der Mine aufzeigen.

Der einsame Schütze, Ausgabe 05/2003
Prospektor auf Goldsuche

Die Mine lag noch unberührt, als um das Jahr 1865 ein eigenbrötlerischer Deutscher namens Jacob Waltz, auch „Dutchman“ genannt, was zur damaligen Zeit eine gängige Bezeichnung für Deutsche war, in diese Gegend kam. Aufgrund seiner Prahlerei entstand bald das Gerücht, er habe die sagenumwobene Mine gefunden. Doch viele, darunter auch sein Partner, die versuchten ihm zu folgen, starben in der Nähe der Mine unter mysteriösen Umständen.

Manche Skeptiker behaupten, das Waltz nicht die geheimnisvolle Mine hütete, sondern einen Goldschatz, den er vermutlich aus einer anderen Mine gestohlen hatte. Im Jahre 1891 verstarb Waltz, aber die Geschichte von der Mine lebte weiter und wurde ausgeschmückt.

Waltz Nachbarin Julia Thomas, die den sterbenden Goldsucher gepflegt hatte, behauptete, Waltz habe ihr von zwei Quarzadern mit Nuggets aus purem Gold erzählt und ihr die Lage der Mine verraten, eine Stelle in der Nähe des Berges Weavers Needle. Die Mine soll sich an der Spitze des Schattens befinden, den der Berg um vier Uhr werfe. Manchmal werde das Gold von der Sonne angestrahlt, dann sehe man es durch einen Gebirgspass glitzern. Auch Julia Thomas verstarb ohne die Mine gefunden zu haben.

Tausende suchten nach den Angaben von Julia Thomas die Mine, darunter auch Adolph Ruth, ein pensionierter Regierungsangestellter, dem zufällig eine der Peratlas Karten in die Hände gefallen war. 1931 erschien Ruth auf einer Ranch in der Nähe der Superstition-Mountains und erkundigte sich, wo Weavers Needle liege. Der Rancher und zwei Goldsucher zeigten ihm den Weg und halfen ihm sein Lager aufzubauen. Danach hörte man nie wieder etwas von Ruth. Man fand seinen von zwei Gewehrkugeln durchlöcherten Schädel mehrere Wochen später irgendwo im Unterholz. Einige hundert Meter vom Schädel entfernt lag sein Körper. Von der Karte keine Spur. Wahrscheinlich wurde er von jemanden ermordet, der es auf die Karte abgesehen hatte oder jemand zwang ihn, das Geheimnis der Mine und des Goldes zu verraten. Die letztere Theorie zu dessen Tod wird verstärkt durch die Eintragung in seinem Tagebuch, das in der Nähe des Leichnams gefunden wurde. Es enthielt Anmerkungen in lateinischer Sprache, die einst Julius Cäsar bei einem seiner Siege ausgerufen hatte: „Veni, Vidi, Vici“ (Ich kam, sah und siegte). Ruths rätselhafte Eintragungen und sein grausamer Tod zogen noch mehr Menschen in die Mountains.

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts überflog Erle Stanley Gardener, Autor der Perry Mason Kriminalromane, das zerklüftete Terrain mit dem Helikopter. Er konnte jedoch keine Goldmine entdecken. Aber er sah viele Männer, die sich bei seinem Überflug im Unterholz versteckten, als der Hubschrauber über sie hinwegflog.

Auch heute noch übt die Legende des Goldes der Lost Dutchman Mine einen großen Reiz auf Abenteurer aus, die im unwegsamen Gelände ihr Glück versuchen. Und wer weiß, vielleicht wird eines Tages die Mine mit den zwei Quarzadern und den Goldnuggets gefunden.

Autor: Nadine Schneider

Auszug aus dem Artikel im Magazin Der einsame Schütze, Ausgabe 05/2003, S. 38

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